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Der Online-Dienst Kommunikationsrecht.com ist eine Produktion von Rechtsanwältin Petra Marwitz, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, Frankfurt am Main, Deutschland, in Kooperation mit juristischen Fachverlagen. Die angebotenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Die Nutzung erfolgt jedoch auf eigene Gefahr. Zur Lösung einer konkreten rechtlichen Fragestellung wird die anwaltliche Beratung empfohlen.

 

 

 

 

Veranstaltungsberichte Medien

 

 

 

Medienforum NRW

 Wenn man das Medienforum aus früheren Jahren kennt, dann war das Medienforum 2005 eine etwas andere Veranstaltung: Messe statt Maritim, gefühlte 1,5 Tage statt 3,5 Tage, N24 und QVC statt RTL und WDR. MP Rüdgers fokussierte sein Referat auf die Landespolitik. Das Ausbildungsforum "Generation m" hatte großen Zuspruch bei vielen Teilnehmern. Am Kaffeetisch hörte man Sprüche wie "Niedergang des Medienforums".

Schade, denn die Diskussionen auf den Podien waren gar nicht so schlecht. Es gab Diskussionen über Zukunftsformate im Fernsehen und Zukunftsmodelle gegen sinkende Werbeeinnahmen, aber auch Kritik an der Bevormundungspolitik der EU. Unter dem Stichwort IPTV wurden zukünftige Entwicklungen in der Technologie und Inhalteentwicklung vorweggenommen: Zukunftsmärkte sind Fernsehprogramme, die der Zuschauer individuell bestimmt abrufen kann. Gefragt ist der 5-Minuten-Film, der beim Warten auf den Bus mobil betrachtet werden kann. Denkbar ist auch, dass Programm-/Formatmarken die Sendermarken in ihrer Bedeutung schmälern. Problematisch für die derzeitige Medienfinanzierung sind die PVA-Geräte, die Werbeinseln aus dem Programm herausschneiden.

Das denkbare Lösungsszenario des Product Placement dominierte die medienpolitische Diskussion am 1., aber auch 2.Tag. Die Werbewirtschaft plädierte teils für eine Aufweichung der Werberestriktionen, da der Zuschauer heute selbst zwischen Programm und Werbung unterscheiden kann. Von Seiten der EU gibt es Tendenzen, die Regulierung zu liberalisieren. Journalist Lilienthal gestand zu, dass dies bei bestimmten Spartenkanäle denkbar sei. Problematisch sei allerdings, dass inzwischen selbst die Drehbücher beeinflußt werden. Die Glaubwürdigkeit der Sender leidet durch die Schleichwerbung, so dass selbst Medienvertreter wie A. Rohnke sich gegen eine Liberalisierung aussprachen. Von Seiten der  Rundfunkaufsicht wurde durch W. Thaenert betont, dass die grundsätzliche Trennung zwischen Redaktion und Werbung erhalten bleibt. Prof. Kreile stellte aus juristischer Sicht klar, dass Produkte nicht absichtlich zu Werbezwecken platziert werden dürfen. Ferner darf der Verbraucher nicht über die Werbeabsicht in die Irre geführt werden. Gewarnt wurde vor der Gefahr, durch die Diskussion über Product Placement die grundsätzliche Reformbedürftigkeit des Rundfunkwerberechts zu vernachlässigen.

 

Berichterstattung: RA Petra Marwitz, Frankfurt/M., 5.7.2005

 

 

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