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Der Online-Dienst Kommunikationsrecht.com ist eine Produktion von Rechtsanwältin Petra Marwitz, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, Frankfurt am Main, Deutschland, in Kooperation mit juristischen Fachverlagen. Die angebotenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Die Nutzung erfolgt jedoch auf eigene Gefahr. Zur Lösung einer konkreten rechtlichen Fragestellung wird die anwaltliche Beratung empfohlen.

 

 

 

 

Veranstaltungsberichte Werbung/Werberecht

 

 

 

Kommunikation 2000

5. Fachtagung der Organisation Werbungtreibende im Markenverband

Ein Duopol im privaten TV-Werbemarkt kritisierte Dr. Hans-Dieter Liesering, Vorsitzender der OWM und Managing Direktor, Global Head der Group Brand Management Deutsche Bank AG, in seiner Eröffnungsrede der 5. Fachtagung der OWM. Das hiermit angesprochene Thema der Konzentration wurde im weiteren Verlaufe der Tagung noch mehrfach angesprochen. Johann C. Lindenberg, Vorsitzender des Markenverbandes und Vorsitzender Deutsche Unilever GmbH, machte auf einen aktuellen Mißstand als Folge des Duopols aufmerksam: Einzelne Sender hatten im Rahmen der Auftragsbestätigungen verdeckte Preiserhöhungen vorgenommen. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen dem Werbe- und dem Zuschauermarkt. Lindenberg forderte eine Diskussion der Konzentrationsregelungen sowie der inhaltlichen Medienaufsicht im privaten Rundfunk. Das Stichwort Konvergenz stehe für eine Harmonisierung und Vereinfachung unterschiedlicher medienrechtlicher Regelungen. Quantitative Werbebeschränkungen seien aufzuheben. Diese Forderungen formulierte Lindenberg zugleich als Forderungen an die Politik.

Die Politik in Person von Staatssekretär Klaus Rüter hatte im Anschluß Gelegenheit, seine Perspektiven in der medienpolitischen Entwicklung darzustellen. Rüter konstatierte ein Verschwimmen gewohnter Grenzen zwischen klassischem Rundfunk und neuen Medien. Als wesentliche Themen im Mittelpunkt der Diskussion bezeichnete Rüter Überlegungen zur Umstrukturierung des Medienkonzentrationsrechts, die Bereiche des Persönlichkeits- und Jugendschutzes sowie die Werbung in den Medien. Die weitere Liberalisierung der Werbevorschriften müsse bei der EU-Fernsehrichtlinie ansetzen. Diese müsse zeitgemäß ausgestaltet werden, um entsprechende Perspektiven zu eröffnen.

In der ersten Runde der Veranstaltung hatte Prof. Scharpe, Prognos AG, die Struktur des Werbeträgermarktes der Zukunft dargestellt und für die Online-Werbung im Jahr 2004 einen Marktanteil von 4 % prognostiziert. Der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSAT.1 Media AG, Urs Rohner, präsentierte die klassischen und neuen Angebote seines Senders, Dr. Andreas Wiele, Mitglied des Vorstandes Axel Springer Verlag, stellte die Zukunft der Printmedien dar. Johannes Züll, RTL Group, stellte die Cross Media Angebote seiner Gruppe dar. Sebastian Turner, Geschäftsführer Scholz & Friends, forderte eine Neupositionierung der Kreativagenturen als Reaktion auf die Notwendigkeit von „massenindividueller Kommunikation".

Bericht von Rechtsanwältin Petra Marwitz, 15.12.2000

 

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